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5 Versicherungsbetrugstrends und wie sie verhindert oder aufgedeckt werden können

Die Digitalisierung hat das Leben für Versicherer und Kunden erleichtert, aber sie hat sich auch negativ ausgewirkt. Während das Onboarding von Online-Kunden den Kunden den Abschluss von Versicherungen erleichtert, macht es auch Kriminellen das Leben leichter. Und genauso verhält es sich mit der Online-Einreichung von Ansprüchen. Weniger Arbeit für Versicherer, leichter für Kunden und auch leichter für Kriminelle.

Aber wenn es um Versicherungsbetrug geht, ist jeder ein Verdächtiger. Nicht nur Kriminelle stellen falsche Behauptungen auf, sondern auch gewöhnliche Menschen. Die meisten Menschen nutzen die Gelegenheit, mehr zu fordern, wenn sie einen echten Anspruch haben. Wenn sie zum Beispiel einen Autounfall hatten, können sie auch einen älteren Kratzer geltend machen. Aber Betrug ist ein heikles Thema. Die meisten Menschen nehmen es übel, beschuldigt zu werden, einen falschen Anspruch geltend zu machen.

Dennoch ist die Einstellung der breiten Öffentlichkeit zur Schwere des Versicherungsbetrugs nach wie vor apathisch. Liegt es daran, dass die Menschen nicht erkennen, dass sich Betrug auf die Prämien auswirkt? Oder ist ihre gegenwärtige Situation so schlimm, dass sie nur an ihre kurzfristigen Gewinne denken? Was auch immer der Grund ist, es ist für die Versicherer schwierig, Betrug zu bekämpfen. In diesem Artikel bieten wir ein wenig Hilfe an, indem wir die fünf Trends beim Versicherungsbetrug und die Lösungen zur Aufdeckung dieser betrügerischen Ansprüche skizzieren.

1. Identitätsbetrug

Wenn es um von Kriminellen begangene Betrügereien geht, ist Identitätsbetrug meist der erste Schritt zu ihren Betrügereien. Durch das Online-Onboarding ist es für Kriminelle viel einfacher geworden, eine gefälschte Identität zu verwenden, während sie eine Versicherung abschließen.

Um zu verhindern, dass Kriminelle eine Versicherung unter falschem Namen abschließen, muss der KYC-Prozess auf den Punkt gebracht werden. Aber nicht nur potenzielle Kunden müssen überprüft werden, bevor man sie an Bord holt. Die periodische Kontoüberprüfung ermöglicht es den Versicherern, die Aktualität der Kundendaten zu überprüfen. Gleichzeitig wird die Risikoeinstufung eines Kunden neu bewertet, was bei der Aufdeckung von Identitätsbetrug eine große Rolle spielt.

2. Geister-Broking

Die Anonymität des Internets macht es Vermittlern leichter, gefälschte Versicherungen zu verkaufen. Aber nicht nur die Kunden müssen wachsam sein. Eine der Methoden, die Geistermakler anwenden, besteht darin, eine echte Police von Versicherungsgesellschaften zu kaufen, um sie an einen tatsächlichen Kunden zu verkaufen. Nur ändern sie die persönlichen Daten dieses Kunden, die ihnen in der Regel unbekannt sind, um ein billigeres Angebot zu erhalten.

Um Ghost-Broking zu verhindern, ist KYC wieder der Schlüssel. Es ist wichtig, sowohl den Vermittler als auch den Kunden zu überprüfen. Regelmäßige Überprüfungen der Vermittler stellen auch sicher, dass sie nicht plötzlich z.B. auf einer PEP- oder Adverse-Media-Liste stehen.

3. Bargeldabstürze

Autounfälle passieren jeden Tag, aber auch inszenierte Unfälle nehmen zu. Dabei handelt es sich um organisierte Verbrechen mit vielen Mittätern. Körperverletzungen und Autoschäden sind die offensichtlichen Forderungen in einem solchen Komplott, aber die Kriminellen hören damit nicht auf. Thomson Reuters berichtet:

"Eine beliebte Handlung ist die Inszenierung eines inszenierten Autounfalls zwischen zwei Autos, bei dem die beteiligten Schauspieler vorgetäuschte Verletzungen behaupten. Die Schauspieler besuchen zur "Behandlung" ein mitschuldig gewordenes medizinisches Zentrum, wo gefälschte Arztrechnungen, die mit gefälschten Identitäten versehen sind, als Versicherungsantrag eingereicht werden. Gleichzeitig wird eine mitschuldig gewordene Autokarosseriewerkstatt falsche Sachschäden geltend machen. Infolge dieses vorgetäuschten Unfalls zahlt die Versicherungsgesellschaft falsche Ansprüche aus, die sich sowohl auf den Sachschaden am Auto als auch auf teure medizinische Ansprüche beziehen. Die Kriminellen könnten dieselben Verletzungen auch dazu benutzen, einen Schadenersatzanspruch der Arbeiter geltend zu machen und bei derselben Versicherungsgesellschaft einzureichen, was selten vorkommt, da jeder Schadensfall von separaten Geschäftsbereichen geprüft wird.

Beachten Sie den letzten Satz, denn die richtige Software kann diesen Betrug leicht aufdecken. Durch datengestützte Untersuchungen werden Verbindungen zwischen Ausschreibungen und Fällen sichtbar. Dadurch wird es für Kriminelle viel schwieriger, die Trennung zwischen den Abteilungen auszunutzen.

4. Der Klimawandel

Ein Anstieg der Eigentumsansprüche ist unvermeidlich, da sich das Klima verändert. Das bedeutet auch, dass es immer mehr Opportunisten gibt, die die Schäden an ihren Besitztümern übertreiben oder, schlimmer noch, Menschen, die falsche Behauptungen über ihre Beteiligung an katastrophalen Umständen aufstellen. Seit dem Hurrikan Katrina zum Beispiel haben Bundesstaatsanwälte der Vereinigten Staaten 1300 Fälle von Katastrophenbetrug angeklagt.

In Europa können häufigere Waldbrände, Überschwemmungen und Stürme zu einem Anstieg der Schadenersatzforderungen führen. Häufigere Stürme bedeuten zum Beispiel, dass es mehr Möglichkeiten gibt, Schäden an Dächern geltend zu machen. Jeder Schadensfall ist eine Gelegenheit zur Übertreibung.

Durch die Digitalisierung stehen den Versicherern mehr Daten zur Verfügung. Diese Daten können zur Erstellung von Verhaltensprofilen und Peer-Group-Analysen verwendet werden, um ungewöhnliches Schadensverhalten zu erkennen, das ein Indikator für Betrug sein könnte. Eine gute Nutzung der verfügbaren Daten wird es einfacher machen, Betrug früher zu erkennen.

Durch den Einsatz einer Lösung, die auf maschinellem Lernen basiert, lernt Ihr System außerdem aus Erfahrungen und ist besser in der Lage, neue Arten von Betrug zu erkennen.

5. Beweise für soziale Medien

Betrug bei Kfz-Schäden ist nach wie vor beliebt. Etwa 80% der Betrugsfälle in der Kfz-Versicherung betreffen Personenschäden. Es ist schwer, verschönerte Körperverletzungen zu entdecken. Aus diesem Grund hat Großbritannien im Jahr 2018 eine Gesetzgebung (den Civil Liability Act) zu Schleudertrauma-Schäden geschaffen, wodurch Betrugsfälle deutlich zurückgegangen sind.

Einen solchen Akt gibt es in Europa noch nicht. Wie können also die europäischen Versicherer diese Art von Betrug aufdecken? The Guardian schreibt darüber, wie viel Menschen online teilen. Soziale Medien haben den Versicherern geholfen, Beweise für Betrug bei verdächtigen Forderungen zu finden. Automatisierte Social-Media-Screenings sind eine große Hilfe bei der Aufdeckung von Fällen von vorgetäuschten oder verschönerten Verletzungen von normalen Menschen. Ein Risiko bei der Nutzung von Social Media Screening besteht darin, dass Sie gemäß GDPR für den Schutz der persönlichen Daten verantwortlich sind, sobald Sie die Ergebnisse Ihres Screenings zu Ihrem Fall hinzufügen. Um dies zu umgehen, können Versicherer anonymisierte Social-Media-Screening-Tools verwenden.

Wird 2020 das Jahr sein, in dem Ihr Unternehmen auf datengestützte Betrugserkennung und -ermittlung umsteigt?

Die Versicherer unternehmen große Anstrengungen, um Betrug zu verhindern. Sie sind ständig auf der Suche nach Möglichkeiten, Betrug zu verhindern, zum Beispiel durch die Zusammenarbeit mit Verhaltensanalytikern. Die niederländische Finanzfahndungsstelle (Financial Intelligence Unit) betreibt auch viel Forschung zu allgemeinen Betrugsindikatoren. Aber Betrug ist immer noch schwer zu entdecken. Bis zum heutigen Tag wird geschätzt, dass die Zahl der aufgedeckten Betrugsfälle nur die Spitze des Eisbergs darstellt.

Allerdings sind die aufgedeckten Betrugsfälle im Steigen begriffen. Das bedeutet nicht unbedingt, dass es mehr Menschen gibt, die versuchen, mit falschen Behauptungen Geld zu verdienen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass eine bessere Nutzung der Technologie es ermöglicht, Betrug häufiger aufzudecken. Daten helfen dabei, spezifische Signale für einen möglichen Betrug zu erzeugen. Versicherer können eine Menge Geld sparen, wenn sie Betrug verhindern und aufdecken. Dadurch können sie sich letztlich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, indem sie ihre Prämien senken und ihre Integritätsstandards hoch halten.

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Autor

Tames Rietdijk

Tames Rietdijk ist der CEO von BusinessForensicsTames Rietdijk, dessen Fachgebiet das Produktmanagement, forensische Untersuchungen und Datenanalyse ist. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Verbesserung von Marktmechanismen und Betriebseffizienz, um den Wert für seine Kunden zu steigern.